Helfen Matten auf dem Waldboden Schäden abzuwenden?
Wer ab und zu im Wald spazieren geht, kann erkennen, dass Forstmaschinen manchmal tiefe Fahrspuren hinterlassen. Was unschön aussieht, ist auch ökologisch gesehen problematisch. Nachhaltige Schäden betreffen nicht nur die obersten Bereiche des Waldbodens, sondern reichen tief.
Fest steht, dass das hohe Gewicht der Forstmaschinen den Boden besonders unter feuchten Witterungsbedingungen verdichtet. „Zum Teil wird der Boden bei Befahrung nahezu durchgeknetet“, erklärt Bodenkundler Raimund Schneider von der Universität Trier: „Das führt zu nachhaltigen, teilweise irreversiblen Störungen, so dass der Waldboden seine ökologisch wichtige Funktion nicht mehr erfüllen kann.“ Beispielsweise wird das Wurzelwachstum gehemmt, die Durchlüftung stark reduziert und der Lebensraum für Bodenorganismen geht verloren – teils für viele Jahrzehnte.
Maschineneinsatz, um schwere Holzstämme zu bewegen, ist im Wald technisch unvermeidbar. Um flächige Bodenschäden zu vermeiden, konzentrieren sich die Befahrungen mit schweren Fortmaschinen auf sogenannte Rückegassen, die inzwischen in der Regel im Abstand von vierzig Metern befahren werden. Mittlerweile haben Bodenschutzmaßnahmen, zunehmende Personalknappheit und weitreichende Klimafolgeschäden in den Wäldern dazu geführt, dass sich auch „Forstliche Kleintechnik“ – zum Beispiel Forstraupen – etabliert haben.
Risse zur Regeneration des Waldboden
Allerdings ist das nicht zwangsläufig die beste Lösung. „Daher ist es wichtig, dass Forschung und Forstpraxis gemeinsam Strategien entwickeln, um Waldböden zu schützen und gleichzeitig nachhaltig nutzen zu können“, erklärt Geowissenschaftler Björn Klaes aus der Bodenkunde der Universität Trier. Schonender könnten bei vielen Aufgaben die Verbindung kleiner, leichter Forstraupen mit einem portablen Mattensystem sein. Ein Team der Universität Trier und den Landesforsten Rheinland-Pfalz hat genau das im Hunsrück auf feuchten Waldböden getestet.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sogar die leichteren Forstraupen den unbefahrenen Boden nachhaltig schädigen können, das Mattensystem bietet dagegen einen relativ guten Schutz“, sagt Bodenexperte Ingo Siebert. Es zeigte sich sogar, dass im Boden nach mehreren Fahrten über die Matten größere Risse entstanden sind, die zur Regeneration des Waldbodens nach der Befahrung beitragen könnten. Weitere Versuchsergebnisse mit schweren Forstmaschinen auf Rückegassen bestätigen demnach, dass das Mattensystem auch hier deutliche Bodenschutzwirkungen erzielt. „Die Einsatzbereiche dieses Systems sehen wir vor allem auf Sonderstandorten und bei der Ernte von besonders hochwertigen Bäumen“, so Ingo Siebert.
Foto: Ingo Siebert